Freitag, 22. April 2022

Warum mich Menschen manchmal stressen und manchmal meine Batterien aufladen

oder Was bedeutet „ambivertiert“ für mich?

Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam, aber irgendwann habe ich meinen Vater mal gefragt: „Papa, glaubst du ich bin eher introvertiert oder extrovertiert?“ und seine Antwort war: „Du bist auf jeden Fall extrovertiert.“ Aber ehrlich gesagt: nein. Nicht das ich ihm 100% widerspreche, aber ich würde mich heute nie als extrovertiert bezeichnen. Ja ich mag Menschen, ja ich mag es in einer Gruppe Zeit zu verbringen. Aber ich erreiche immer den Punkt an dem es zu viel wird. Und dann brauche ich Zeit für mich, Zeit meine Batterie aufzuladen. Und dieser Umschwung kann sich andeuten - oder er kommt so schnell wie das umlegen eines Lichtschalters. Ich bin ambivertiert.

Tatsächlich ist die Mehrheit der Menschen ambivertiert, aber immer noch teilen wir uns meist in extrovertierte oder introvertierte Menschen ein. Aber natürlich ist das alles ein Spektrum auf dem wir uns bewegen. 

Und gerade die letzten Wochen merke ich wie meine Batterie wieder leer wird. Durch meinen aktuellen Erasmus Aufenthalt bin ich praktisch 24/7 von Menschen und Möglichkeiten umgeben. Es gibt keinen Rückzugsort, ich habe kein Zimmer für mich alleine, man trifft immer Menschen in der Küche oder hört Leute um sich herum. Und ich merke wieder wie mir alles zu viel wird und ich eigentlich gerade einfach mal Ruhe bräuchte. Meine soziale Batterie läuft auf Stromsparmodus und meine Gesundheit leidet darunter. 

Montag, 14. März 2022

It ends with us. [Rezension]

Titel: It ends with us
Autorin: Colleen Hoover
Verlag: Simon & Schuster
Seitenanzahl: 367
Erschienen: 2016
Sprache: Englisch

First of all - wie gut kann man einen Titel wählen? Der Titel greift den wichtigsten Moment des Buches auf und passt für mich perfekt. Aber ich will nicht Spoilern, deshalb kann ich an der Stelle nicht mehr sagen. 
Im Deutschen heißt das Buch übrigens "Nur noch ein einziges Mal". Auch irgendwie passend, aber meiner Ansicht nach nicht so stark wie der originale Titel.

Das Buch erzählt die Geschichte von Lily. Sie ist Anfang zwanzig, wohnt in Boston, ist erfolgreich und trifft einen netten, lustigen und natürlich gut aussehenden Arzt. Wenn ich es so schreibe - sehr typisch für Bücher dieser Art.

Aber hinter dem blumigen Cover und der scheinschönen Welt verbirgt sich eine Geschichte, die nicht für jeden geeignet sein dürfte. 

Stichwort ❗️Trigger❗️: abusive relationship 

Freitag, 4. März 2022

Studieren an der Ostsee – aber nicht in Deutschland

Nachdem ich die Chance verpasst habe in meiner Zeit als Schülerin an einem Austauschprogramm teilzunehmen, habe ich mich im vergangenen Jahr dazu entschieden mich für das Erasmus Programm an meiner Uni in Mainz zu bewerben. In die engere Auswahl für einen Auslandsaufenthalt kamen Norwegen, Österreich und Lettland. Nach dem Bewerbungsprozess kam die Bestätigung – Lettland sollte es werden. 

Bis zum Tag meiner Abreise war ich mir noch nicht sicher, ob, unter den aktuellen Covid Bestimmungen, der Aufenthalt wirklich stattfinden konnte. Aber nun bin ich hier. Ich sitze in Lettland in der drittgrößten Stadt des Landes Liepaja und kann ein erstes kleines Fazit ziehen.

Die Anreise: Normalerweise würden die meisten Leute vermutlich in Frankfurt in den Flieger steigen und nach Riga fliegen. Aber ich habe mich für einen anderen Weg entschieden. Für mich ging es mit dem Zug nach Travemünde und dann rauf auf die Fähre. Eine Direktverbindung nach Liepaja, Lettland. Die Fahrt dauert je nach Schiff zwischen 20 und 27 Stunden. Nachdem ich wetterbedingt spontan meine Verbindung umbuchen musste gestaltete sich meine Überfahrt am Ende zum Glück sehr unkompliziert und ohne Schwierigkeiten. In Liepaja angekommen ging es in das Studentenwohnheim, in dem ich die nächsten fünf Monate verbringen werden.