Montag, 23. Februar 2026

Stadt der Sänger und Verschwörer [Rezension]

*Rezensionsexemplar (Werbung)

Cor und Ro sind zurück - mit neuen Namen, neuer Stadt und einem neuen Abenteuer. Stadt der Sänger
und Verschwörer
schließt unmittelbar an Teil Eins - Stadt der Magier und Diebe - an. Cor und Ro kommen mit ihren neuen Namen, Cordis und Aurora, in der Stadt Granadis an, in der Cor seine neue Ausbilderin, Maestra Ascendi kennenlernt. Sie kann genauso wie Cordis Magie durch Gesang wirken und erklärt sich bereit seine Ausbildung zu übernehmen. Und auch Aurora hat ein großes Talent - sie kann Kräuter blind an deren Geruch zuordnen. Maestra Ascendis Mann erklärt sich daraufhin bereit ihre Ausbildung zu übernehmen und sie in der Kräuterheilkunde auszubilden.

Aber natürlich können Cor und Ro nicht in Ruhe ihre Ausbildungen verfolgen, denn schon bei ihrem ersten Eintreffen in Granadis wird klar - hier geht nicht alles mit Rechten Dingen zu. Eine geheimnisvolle graue Krankheit sucht die Bevölkerung heim und niemand scheint die Ursache - und erst recht keine Heilung - zu finden. Heimlich stellen die beiden Nachforschungen an und verstricken sich immer tiefer in die Geheimnisse der Stadt.

Band zwei der Jugendfantasy-Reihe von Judith Mohr durfte als Rezensionsexemplar bei mir einziehen, nachdem ich großer Fan von Band eins war. Band zwei ist der zweite Neuanfang für die Protagonisten Cor und Ro, die schon in Stadt der Magier und Diebe den Absprung aus ihrem alten Leben geschafft haben, aber jetzt nochmal in einer völlig neuen Stadt sich weiterentwickeln dürfen. Nachdem wir in Band eins vor allem Cor kennenlernen durften, ist Band zwei Ro - oder jetzt Aurora - im Mittelpunkt der Geschichte.

Zunächst bin ich etwas in die Story gestolpert, weil ich mich an den Perspektivwechsel gewöhnen musste, gerade, wenn man dann aber mehr über ihre Vergangenheit und Fähigkeiten erfährt ist es für mich die absolut richtige Entscheidung, auch das ganze Buch aus ihrer Sicht zu erzählen. Ansonsten finde ich, zeigt sich eine ähnliche Struktur wie in Band eins. Anfangs fragt man sich beim Lesen ab und zu, wann es denn jetzt weiter geht und dann passiert plötzlich immer mehr in immer kürzerer Zeit. Mir hat dieses Tempo sehr gut gefallen, weil man so erstmal langsamer die neue Stadt und damit auch die vielen neuen Charaktere kennen lernen kann, bevor die Action kommt. Die Spannung baut sich dadurch sehr gut auf und gegen Ende möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. 

Was mir leider immer wieder nicht so gut gefallen hat war die Gewalt von Erwachsenen Figuren gegen Kinder. Man kann dieses Muster durchaus mit dem eher Mittelalterlichen Setting der Geschichte zwar begründen, trotzdem finde ich es immer wieder ungerechtfertigt, wie sich die Erwachsenen den Kindern gegenüber verhalten und wie wenig Einsicht sie zeigen, wenn es dann um das erkennen der eigenen Fehler geht. Ich verstehe, dass sich die Entwicklung der Geschichte, vor allem in ihrem Tempo, darüber gut koordinieren lässt, dass Erwachsene den Kindern immer wieder nicht glauben oder sie maßregeln, wenn Cor zum Beispiel wieder unerlaubt das Haus seiner Maestra verlässt, um in der Stadt heimlich zu zaubern, trotzdem hätte ich mir hier am Ende mehr Schuldeingeständnis und auch Entschuldigung für die jungen Helden der Geschichte gewünscht.

Minor Spoiler:
Die von mir schon in Band eins vorhergesehene Entwicklung zwischen Cor und Ro, von einer freundschaftlichen - geschwisterlichen Beziehung hin zu einer Liebesbeziehung hätte es für mich nicht gebraucht. Ich bin gespannt, wie diese veränderte Beziehung die Dynamik der Charaktere in einem potenziellen Band drei verändert.

Insgesamt hat mir aber auch Stadt der Sänger und Verschwörer gut gefallen, auch wenn ich mir etwas mehr Einblicke auch in die Entwicklung von Cordis magischen Fähigkeiten erhofft hatte. Ich bin gespannt, wie es weitergeht mit den beiden und ob es noch weitere Städte gibt, die sie vor Revolten und Verschwörungen beschützen dürfen.

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